Leben passiert

Was passiert eigentlich, wenn …

Leinwand statt Liebe

… ich aufhöre zu projiezieren?

Es soll Menschen geben, die sich schwer verlieben. Die alle paar Monate, ohne aktiv zu suchen, auf eine Person treffen, die ganz okay scheint. Statt Feuer und Flamme kommt der klare Blick und der Entschluss, sich nicht zu verlieben. Und dann gibts da Menschen wie mich. Ich suche aktiv, ich gehen aktiv ins Gespräch und ich bin ganz schnell emotional drin. Und ich habe jahrelang keine Pausen zwischen den Partnerschaften gehabt. Und ich war stolz darauf, dass ich ganz offensichtlich nur mit dem Finger schnipsen musste und der nächste Anwärter war schon da. Aber nun bin ich älter und reifer und erkläre euch, was da eigentlich passiert. Passt auf…

Gehen wir doch einmal davon aus, dass wir unseren Partner in seiner Ganzheit lieben und respektieren. Nun scheitert diese Partnerschaft und der Mensch den du respektierst und liebst ist nicht mehr um dich. Könntest du dir vorstellen, dich jetzt schon auf einen neuen Menschen, mit neuen Eigenschaften und Zukunftswünschen einzustellen? Fühlt sich problematisch an, oder? Menschen die von einer Partnerschaft in die nächste wechseln, haben sich eventuell gar nicht so sehr für die andere Person interessiert. Die Bedürfnisse, Ansichten, Visionen. Sie haben sich wahrscheinlich mehr für die Lektion interessiert, die sie in der Partnerschaft lernen durften. Wir sprechen hier von:

1. Projektionsbeziehungen

Hier suchst du nicht nach Gemeinsamkeiten die dich langfristig in einer stabilen Partnerschaft halten. Hier projizierst du ungelöste Themen, Wünsche oder Ängste auf den Partner. Hier geht es in Wahrheit um dein inneres Material, dass bearbeitet werden möchte.

Zum Beispiel suchst du dir einen sehr egoistischen Partner, der nur seine eigenen Bedürfnisse im Blick hat. Du selbst opferst dich für andere auf und verlierst dich regelmäßig aus den Augen. Was du aus dieser Beziehung lernst? Deine Bedürfnisse zählen nichts. Oder, du suchst dir einen Menschen, der sich nicht wirklich auf dich einlassen will. Du kannst so viel kämpfen wie du möchtest, er wird dich nie so sehen wie du es dir erhoffst. Damit beweist du dir, das du nicht genug bist.

Deine alten Muster wollen bestätigt werden, oder endlich geheilt.

2. Übertragungsbeziehung

Dieser Begriff stammt aus der Psychoanalyse und bedeutet nichts weiter als, dass du alte Beziehungserfahrungen (meistens aus der Kindheit) auf deinen aktuellen Partner überträgst. Also auch hier, spielt der Mensch an deiner Seite nicht die große Rolle, er ist und bleibt austauschbar mit jedem anderen Menschen der alte innere Bilder früherer Bezugspersonen in dir aufleuschten lassen kann.

Zum Beispiel war dein Vater für dich nicht greifbar. Sein Verhalten war widersprüchlich und du damit nie ganz sicher. Jetzt landest du in einer Partnerschaft mit einem Menschen, der sich unvermittelt einfach zurück zieht. Ohne Erklärung und ohne dem Gefühl, das du dich fallen lassen kannst.

Die starken Gefühle die das in dir auslöst sind dann keine Liebe oder eine starke Verbundenheit zu dieser Person, sondern der Wunsch das dein Vater sich endlich auf die Weise um dich kümmert, wie du es als Kind gebraucht hättest.

3. Narzisstische oder kompensatorische Beziehung

Du suchst kein „Miteinander“ mit deinem Partner, sondern du versuchst deine eigenen Defizite zu kompensieren. Anerkennung von ihm, Macht und Kontrolle über sein Verhalten. Du strebst damit keine Verbundenheit an, sondern ergänzt Teile deiner Persönlichkeit.

4. Symbiotische Beziehung

Wer kennt sie nicht, diese Art von Beziehung in der zwei Menschen zu einem WIR verschmelzen. Und ja du liest richtig, auch diese reine und idealisierte Form der Beziehung gehört in diesen Katalog. Denn es geht hierbei auch nicht um das gegenseitige Erkennen, sondern um den Drang über den anderen Ganzheit zu finden.

Fazit

Du suchst keinen Partner sondern eine Leinwand für deine eigenen inneren Themen.

Die Lösung?

Sei bei dir

Mache dir bewusst, dass du projizierst. Wenn du zu stark auf eine Situation reagierst, dann kann es sein, dass ein altes Gefühl getriggert wird.

Eine reife Beziehung führst du dann, wenn zwei Menschen sich selbst tragen können. Natürlich werdet ihr eure Beziehungsthemen haben. Aber, und das ist wichtig: Du weißt das du selbst für dein Innenleben verantwortlich bist. Und dein Partner trägt ebenfalls die Verantwortung für sein Innenleben. Das macht es erst möglich, dass ihr euch beide – trotz Unterschiede – in Liebe begegnen könnt.

Deine Projektion lernst du mit der Zeit zu erkennen und kannst sie integrieren. In dem Moment hast du die Gelegenheit deinen Partner wirklich zu sehen.

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